Hopfen als Arzneipflanze

In der Medizingeschichte hat Hopfen bereits seit dem Mittelalter eine große Rolle gespielt.
Die sedative Wirkung des Hopfens ist seit 2002 nachgewiesen, wurde aber schon lange vorher in der Volksmedizin genutzt.

Viele positiven Erfahrungen in der Volksmedizin haben sich in neuerer Zeit durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen lassen:

  • Als Konservierungsstoff (Albertus Magnus): Dies war der ursprüngliche Nutzen bei der Zugabe beim Brauen von Bier.
  • In der Frauenheilkunde: Durch entspannende Wirkung bei der Geburt oder Menstruationsbeschwerden.
  • Gegen Erkältungserscheinungen, Zahnschmerz & Wundheilung: Bereits die Indianerstämme in Nordamerika kannten die Vielzahl an medizinischen Verwendungszwecken.
  • Beruhigende und entspannende Wirkung: Insbesondere in Kombination mit Baldrian.
Hopfen wird außerdem in verschiedenen Beruhigungs- und Schlafmitteln verwendet.

Seit etwa 1995 ist bekannt, dass der Wirkstoff Xanthohumol, der zur Gruppe der Polyvenole gehört in der Krebsforschung sehr interessante Ergebnisse liefert.
In Versuchen wurde bei bestimmten Krebszellen eine Verminderung oder sogar ein Stillstand der unkontrollierten Zellvermehrung festgestellt.


Hopfentee:
Erntefrische oder getrocknete Dolden mit heißem Wasser aufgießen. Die Bitterkeit des Hopfens kann man durch Zugabe eines Haselnussblattes binden oder durch das Verwenden von Hopfensorten mit geringen/fehlenden Bitterstoffen wie 'Teamaker'.

Hopfenkissen:

Getrocknete Dolden in ein Säckchen geben und beim Schlafen unter das Kopfkissen legen.
Die Öle des Hopfens wirken beruhigend und schlaffördernd.

Hopfensalbe:

Unsere Sortenempfehlungen:

'Polaris'    Das Aromaprofil vereint frische Minze, tropische Früchte, und harzige Noten.
'Magnum' Mildes Aroma, das hauptsächlich aus würzigen, blumigen und fruchtigen Noten besteht.  
'Teamaker' 
Noten von Zimt, Muskat und Pfeffer in einem würzig, floralen Aroma.

Wenn Sie sich beispielsweise eine entzündungshemmende Hopfensalbe selbst herstellen möchten, kann Ihnen dieses Rezept hilfreich sein:

Zutaten:
  • 60g Hopfen Ölauszug
  • 20g Wildrosenöl
  • 10g Hopfentinktur
  • 10g Bienenwachs
  • 5 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl
  • 10 Tropfen Lavendelfein
  • Alkohol zum Desinfizieren
  • Gläschen zum Abfüllen
Herstellung:
  • Gläschen und Arbeitsplatz desinfizieren (Alkohol)
  • Hopfenölauszug und Bienenwachs im Wasserbad schmelzen lassen
  • Wildrosenöl langsam einrühren
  • Hopfentinktur unter Rühren eintropfen
  • Sanddornfruchtfleischöl und Lavendelöl einmischen
  • in Gläschen abfüllen


Alternative:

Hier ist ein einfaches, bewährtes Rezept für eine Hopfensalbe. Diese Salbe wird traditionell zur Hautpflege, zur Beruhigung bei Muskelverspannungen oder bei unruhiger Haut eingesetzt:

Zutaten (für ca. 100 ml)

  • 1 EL getrocknete Hopfenzapfen
  • 100 ml pflanzliches Öl (z. B. Olivenöl, Mandelöl oder Jojobaöl)
  • 10 g Bienenwachs (oder 8 g bei weicherer Konsistenz)
  • optional: 5–10 Tropfen ätherisches Öl (z. B. Lavendel oder Kamille, für Duft & zusätzliche Wirkung)

Zubereitung:
  • Hopfenöl herstellen (Ölauszug):
    • Hopfenzapfen grob zerkleinern und in ein hitzebeständiges Glas geben.
    • Öl hinzufügen, sodass die Pflanzen bedeckt sind.
    • Im Wasserbad 1–2 Stunden bei etwa 60 °C ziehen lassen (nicht kochen!).
    • Danach Abkühlen lassen und durch ein feines Tuch oder Kaffeefilter abseihen.
 
  • Salbenbasis herstellen:
    • Das abgeseihte Hopfenöl in ein sauberes Glas oder eine kleine Schüssel geben.
    • Das Bienenwachs hinzufügen.
    • Im Wasserbad erhitzen, bis das Wachs vollständig geschmolzen ist.
 
  • Verfeinern & Abfüllen:
    • Vom Herd nehmen, leicht abkühlen lassen (auf ca. 40 °C).
    • Optional ätherisches Öl einrühren.
    • In saubere, desinfizierte Salbentiegel füllen.
    • Abkühlen lassen, bis die Salbe fest wird.

Hinweise & Anwendung Haltbarkeit:
ca. 6 Monate (kühl, dunkel und sauber gelagert).

Anwendung:
dünn auf die Haut auftragen und einmassieren.

Tipp:
Optional kann man zusätzlich Ringelblume, Kamille oder Johanniskraut (je 1 TL) beim Ölauszug mitziehen lassen – das verstärkt die hautpflegende Wirkung.