Minderschädlinge an Hopfen

Inhalt:

Deutsche Namen A-Z Wissenschaftliche Namen A-Z
C-Falter, Hopfenvogel (Nymphalis c-album) Agrotis segetum (Saateule)
Erdflöhe (Psylliodes und Phyllotreta) Calliteara pudibunda (Rotschwanz)
Hopfenschnabeleule (Hypena rostralis) Cicadellidae (Zikaden)
Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) Cnephasia alticolana (Schattenwickler)
Markeule (Hydraecea micacea) Hydraecea micacea (Markeule)
Rotschwanz (Calliteara pudibunda) Hypena rostralis (Hopfenschnabeleule)
Saateule (Agrotis segetum) Miridae (Weichwanzen)
Schattenwickler (Cnephasia alticolana) Nymphalis c-album (C-Falter, Hopfenvogel)
Schlehenspinner (Orgyia antiqua) Nymphalis io (Tagpfauenauge)
Tagpfauenauge (Nymphalis io) Orgyia antiqua (Schlehenspinner)
Thrips (Thripidae) Ostrinia nubilalis (Maiszünsler)
Weichwanzen (Miridae) Psylliodes und Phyllotreta (Erdflöhe)
Zikaden (Cicadellidae) Thripidae (Thrips)
 
  Diese Insekten leben zwar am und vom Hopfen, verursachen dabei jedoch in der Regel keinen oder keinen nennenswerten Schaden. Einige der unten besprochenen Arten können lediglich in Ausnahmejahren oder unter besonderen Standortbedingungen zu relevanten Schäden am Hopfen führen.
   
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Tag-
pfauenauge
   Tagpfauenauge, Nymphalis io oder Inachis io (LINNAEUS)
Raupenkollonie von Tagpfauenauge Raupe schwarz mit zahlreichen kleinen weißen Punkten, bedornt, ausgewachsen bis 5 cm lang. Die (noch nicht ganz schwarzen) Jungraupen leben auf Brennesseln oder Hopfen gesellig in "Nestern", die von Spinnfäden zusammengehalten werden. Raupenzeit Mai-Juni und eine 2. Generation im Juli. Gelegentlich Minderschädling am Hopfen, der manchmal für punktuellen Kahlfraß einiger oberer Rebenabschnitte verantwortlich ist. Nennenswerter wirtschaftlicher Schaden durch das Tagpfauenauge konnte bislang jedoch nicht nachgewiesen werden.
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Hopfenvogel    C-Falter, "Hopfenvogel", Nymphalis c-album oder Polygonia c-album (LINNAEUS)
C-Falter Namensgebend ist das auf der Unterseite der Hinterflügel weiße c-förmige Zeichen. Die Raupen leben in 2 Generationen von Mai - Juni und von Juli - August an Stachelbeere, Johannesbeere, Bergulme, Salweide, Hasel, Brennessel und Hopfen. Die Falter fliegen von Juni - Juli und von August - Juni (überwinternd).
Bedornte Raupe mit auffälligem Rückenstreifen, vorne orange, hinten weiß, und orangen Seitenstreifen. Raupen ausgewachsen bis 4,5 cm lang, sitzen häufig ruhig in Zickzackhaltung auf der Blattunterseite. Raupenzeit Mai-Juni und eine 2. Generation im Juli-August. Die kopfüber aufgehängte Stürzpuppe mit den sechs perlmuttartig schimmernden Flecken wird manchmal bei der Ernte an Blattstielen und Blattunterseiten hängend gefunden und gilt als "Hopfenvogel" - als Glücksbringer; zudem geben die sechs Flecken je nach Färbung (silber- oder goldglänzend) Auskunft über den Hopfenpreis der Ernte. Da die Raupen stets nur einzeln auftreten, ist wirtschaftlicher Schaden auszuschließen.
Puppe (leer; 6 Perlmutt-Flecken sichtbar) Falter geschlossen (sichtbares "C") Falter offen

     
Rotschwanz    Buchen-Streckfuß, "Rotschwanz", Calliteara pudibunda (LINNAEUS)
Raupe leuchtend gelbgrün mit tiefschwarzen Leibesringen zwischen den Segmenten. Am Rücken vier wei&-gelbe Bürsten, ansonsten lange gelbe Haare und am letzten Segment ein rotes Haarbüschel; Raupe ausgewachsen bis 5 cm lang. Raupenzeit Juli-Oktober. Die auffälligen Raupen treten stets einzeln auf, weshalb wirtschaftlicher Schaden auszuschlie&en ist.
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Schlehen-
spinner
   Schlehen-Bürstenspinner, Orgyia antiqua (LINNAEUS)
Raupe grauschwarz mit gelber und roter Zeichnung sowie vier gelben Bürsten am Rücken; vorne zwei, hinten ein und seitlich je zwei federähnliche, lange dunkle Haarbüschel. Ansonsten ist die auffällige Raupe dunkel behaart und ausgewachsen bis 4 cm lang. Raupenzeit Mai-September. Raupen treten relativ selten und stets einzeln auf, weshalb wirtschaftlicher Schaden auszuschlie&en ist.
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Saateule    Saateule, "Erdraupe", Agrotis segetum ([DENIS & SCHIFFERMüLLER])
Raupen glänzend schmutzig grau bis rötlich-erdbraun mit dunklerer oder hellerer Seiten- und Rückenlinie, ausgewachsen bis 5 cm lang. Raupenzeit Juli-August und (im Boden überwinternd) September-April. Die Raupen sind tagsüber in einer Tiefe von bis zu 15 cm im Boden zu finden, den sie nachts verlassen und die Pflanzen aufwärts klettern, um Stengel, Blätter und Reben zu befressen. Bei Tagesanbruch kehren sie wieder in die Erde zurück und widmen sich den Wurzeln und der Rebenbasis; beim Herausnehmen aus dem Boden rollen sich die Raupen sofort zusammen. Neben der Saateule handelt es sich bei den als "Erdraupen" bezeichneten Schädlingen auch um die ähnlichen Raupen weiterer Eulenfalter, wie z.B. der Flohkrauteule, Melanchra persicariae (LINNAEUS). Stärkerer Erdraupen-Befall mit nennenswertem wirtschaftlichem Schaden war in der Hallertau allerdings bislang lediglich in den Jahren 1952 und 1970 zu verzeichnen.
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Markeule    Markeule, "Kartoffelbohrer", Hydraecia micacea (ESPER)
Raupe rötlich fleischfarben mit rotbraun glänzendem Kopf, gelblichem Halsschild und schwarzen Punktwarzen, ausgewachsen bis 5cm lang. Raupenzeit Mai-August. Die Raupen fressen (neben anderen Wirtspflanzen, wie z.B. Ampfer) im Mai und Juni im Inneren von Hopfenreben bis etwa 30 cm Höhe, die dann welken und absterben können. Eine Raupe kann mehrere Triebe schädigen; allerdings handelt es sich meist um lediglich punktuellen Befall weniger Pflanzen an Randbifängen, vor allem auf leichten Böden. Nennenswerte wirtschaftliche Schäden durch den Kartoffelbohrer sind relativ selten; ein verstärkter Befall konnte in der Hallertau zuletzt in den Jahren 1980 und 1981 beobachtet werden.
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Hopfen-
schnabeleule
   Hopfenschnabeleule, Hypena rostralis (LINNAEUS)
Raupe grün, 14füßig, mit dunkler Rückenlinie und weißen Seitenstreifen sowie Punktwarzen mit feinen Härchen; der kleine Kopf ist braungelb. Ausgewachsen bis 5 cm lang. Raupenzeit Mai-September Am Hopfen sind die Raupen vor allem im Juni und Juli zu finden, wobei durch ihre Fraßaktivität das Blattmaterial einzelner Stöcke deutlich sichtbar geschädigt werden kann. Da es sich jedoch stets nur um punktuellen Befall handelt, kommt es zu keinen wirtschaftlichen Schäden. Neben der Hopfenschnabeleule kann auch die ähnliche Nesselschnabeleule, Hypena proboscidalis (LINNAEUS), am Hopfen gefunden werden.
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Schatten-
wickler
   Schattenwickler, Cnephasia alticolana (HERRICH-SCHäFFER)
Raupe schmutzig dunkelgraugrün bis schwarzbraun, 16füßig, dünn behaart mit großen schwarzen Warzen. Ausgewachsen bis 1,5 cm lang. Raupenzeit Mai-Juni. Die Raupen fressen vor allem bei warmer und trockener Frühjahrswitterung an den Blättern und Triebspitzen der jungen Hopfenpflanzen, wobei die Köpfe angenagt werden und sich krümmen ("Narrenköpfe"). Die älteren Raupen spinnen sich an den Blättern ein; bei Berührung oder anderen Störungen rollen sich die Raupen sofort ein und lassen sich an einem Spinnfaden zu Boden fallen. Nennenswerte wirtschaftliche Schäden durch den Schattenwickler entstehen bei sehr starkem Auftreten, was jedoch nur relativ selten der Fall ist.
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Maiszünsler    Maiszünsler, Ostrinia nubilalis (HUBNER)
Raupe hellbraun-grau bis schmutzig grau, mit dunkelbraunem Kopf, dunkler Rückenlinie und zwei dunklen Flecken auf jedem Segment, 16füßig, unbehaart und ohne Borsten. Ausgewachsen bis 3cm lang. Raupenzeit Juni-August, bei einer 2. Generation bis in den September. Die jungen Raupen verursachen zunächst im Juni an jungen Rebteilen Rinnenfra&, bis sich die Raupe in die Rebe einbohrt. Dies geschieht vorzugsweise an Reibstellen von zwei Reben oder vom Draht, aber auch an den Blattachseln. Das 2-4 mm gro&e, runde oder ovale Bohrloch ist normalerweise mit krümeligem, weißlich-bräunlichem Bohrmehl-Kot-Gemisch gefüllt; die Raupe frißt im Inneren der Rebe, häufig von oben nach unten, und hält sich bevorzugt im mittleren Stockbereich auf. Bei stärkerem Befall bleibt die Pflanze im Wachstum zurück und zeigt ab Ende Juli Welkeerscheinungen, die teilweise zum völligen Absterben führen können. Das letzte Massenauftreten des Maiszünslers in der Hallertau datiert aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, als versucht wurde, die abgeernteten Hopfenreben zur Fasergewinnung weiterzuverwerten und dazu gro&e Mengen befallener Reben in Wolnzach gelagert wurden, wobei den Puppen der Art die Möglichkeit der Überwinterung gegeben wurde. Obwohl der Maiszünsler in der Hallertau seitdem keine Gefahr mehr für den Hopfen darstellte, trat er neuerdings in anderen Anbauregionen (Slowenien, Frankreich) wieder am Hopfen auf und 1999 erstmalig im Anbaugebiet Elbe-Saale in einem eingegrenzten Gebiet jedoch ohne wirtschaftlichen Schaden.
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Thrips    Thrips (Familie Thripidae)
Thrips Thripse, auch Fransenflügler oder Blasenfüße genannt, treten im Hopfen meist auf der Blattunterseite in kleineren Grüppchen auf, wobei man die weißen bis gelblichen ungeflügelten Formen ("schupfnudel"artiges Aussehen) von den braunen bis schwarzen geflügelten Tieren unterscheiden kann (im Ausnahmefall können auch Geflügelte hell gefärbt sein). Am besten kann man Thripse mit einer Lupe erkennen, da sie meist nur einen bis zwei Millimeter gro& sind. Die durch sie verursachten Saugschäden kann man leicht mit dem Anfangsschadbild von Spinnmilben verwechseln. Oft sind zwischen den einzelnen Thripsen ihre charakteristischen schwarzen Kothäufchen zu entdecken. Thripse und Spinnmilben kommen auch miteinander vergesellschaftet auf den Blattunterseiten vor, ohne daß sie sich Konkurrenz machen. Bisher ist kein Fall im Hopfen bekannt, bei dem eine chemische Bekämpfung von Thripsen notwendig war, ihre natürlichen Feinde konnten sie bisher unter Kontrolle halten.
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Zikaden    Zikaden (Fam. Cicadellidae)
Zikaden Am Hopfen findet man meist die gelblich-grünen bis bläulich-grünen Zwergzikaden, die sich vor allem im Laubwerk der Rebenbasis aufhalten. Zikaden sind Pflanzensauger. Die erwachsenen, geflügelten Zikaden (ca. 3 mm) fliegen bei Beunruhigung auf, landen kurz danach aber an anderer Stelle wieder, um sich zu verstecken. Die ungeflügelten Zikadenlarven (ca. 1-3 mm, wei&liche Farbe) können leicht mit Hopfenblattläusen verwechselt werden, unterscheiden sich aber von diesen durch ihre schlankere Gestalt und dem im Vergleich zum Körper breiteren Kopf. Sie sind wesentlich schneller und beweglicher als Blattläuse, laufen dabei aber oft im Schräggang, etwas staksig wirkend, über die Blattunterseite. Weitere Erkennungsmerkmale sind der dreieckige, nach unten gerichtete Kopf (siehe Zeichnung) und die dachförmig zusammengelegten Flügel.
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Weichwanzen    Weichwanzen (Familie Miridae)
Wanze Wie Zikaden können auch die ungeflügelten Larven von Weichwanzen leicht mit Hopfenblattläusen verwechselt werden. Sie besitzen wie die Blattläuse eine nicht so schlanke Körperform, haben einen Saugrüssel, lange Fühler und Beine. Aber schon die frühen Larvenstadien sind so gro& wie eine voll ausgewachsene, gebärfähige Hopfenblattlaus und deutlich beweglicher. In den späteren Larvenstadien findet man zunehmend Flügelanlagen, wie in der nebenstehenden Zeichnung deutlich sichtbar ist. Weiterhin fehlen ihnen die röhrenförmigen Siphonen am Hinterleib und das Schildchen am Brustabschnitt. Blattbeschädigungen durch Weichwanzen treten am Hopfen nicht auf, da deren Zahl in der Regel niemals sehr hoch wird. Eine Bekämpfung ist deshalb nicht notwendig.
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Erdflöhe    Erdflöhe (Unterfamilie Halticinae aus der Familie der Blattkäfer)
Erdflöhe Besonders zu Beginn der Vegetationsperiode können Erdflöhe am Hopfen durchaus Probleme bereiten, da die Pflanzen noch sehr klein sind und sich die Käfer grundsätzlich in Bodennähe bis in einer Höhe von etwa 1,5 m aufhalten. Sie fressen Blattgewebe und bei starkem Befall sind die Blätter wie ein Sieb durchlöchert oder fast skelettiert. Dadurch wird die Photosynthese-Leistung herabgesetzt und die Pflanzen sind geschwächt. Nach dem Ausputzen bzw. wenn der Hopfen eine gewisse Höhe erreicht hat, ist die Schädigung durch Erdflöhe nicht mehr so bedeutsam. Zwei Gattungen von Erdflöhen kommen im Hopfen vermehrt vor; Psylliodes und Phyllotreta,
Erdfloh Phyllotreta (nach BECHYNE 1954) wobei die Tiere einfarbig dunkel metallisch-glänzend oder dunkel mit zwei hellen Längsstreifen sind. Alle Erdflöhe sind leicht an den verdickten Hinterschenkeln zu erkennen, die sie befähigen, etwa 50-60 cm hoch bzw. weit springen zu können. Eine Behandlung der Blätter der Rebenbasis mit einem Breitband-lnsektizid (z. B Karate) ist nur bei sehr starkem Käferbefall zu Saisonbeginn sinnvoll.
    (Nach: LBP, Hopfen 2000, Wolnzach, 2000)
     
 
 

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