Stand der Entwicklung von Hopfen im September in der Hallertau

Gärtnerei Eickelmann
  Hopfenarbeit im August Bis Mitte September bestimmt die Hopfenernte das gesamte Landschaftsbild und den Geruch der Hallertau. Vom Morgengrauen bis zum Einbruch der Dunkelheit werden die Hopfenreben von der Drahtanlage gerissen, zum Anwesen gefahren und dort maschinell gepflückt, gereinigt, getrocknet und gelagert. Die zweite Monatshälfte ist charakterisiert von Aufräumarbeiten und voluminösen Hopfenfuhrwerken, die den getrockneten und in z.T. noch großen Jutesäcken gepressten Hopfen zur Abwaage fahren.

Foto: Rockermeier

  Kommentar:
Besonders im Bereich der Ernte und Weiterverarbeitung von Hopfen hat sich technisch in den letzten Jahren sehr viel verändert:
Abreissgeräte haben das körperlich sehr anstrengende Handreissen fast vollständig ersetzt; der Hopfen wird nicht mehr nur getrocknet, sondern anschließend sofort "konditioniert", um mit optimaler Feuchtigkeit den geringstmöglichen Verlust an Inhaltsstoffen zu erreichen; der getrocknete Hopfen wird kaum mehr in große Jute-Säcke "getreten" und zur Abwiegehalle gefahren, sondern maschinell in transportfreundliche Rechteckballen gepresst und sofort gewogen und verblombt.
Alle diese Neuerungen verlangen von Pflanzern enorme Investitionen und auch Umstellungen in gewohnten Arbeitsabläufen und Traditionen. So geht die Entwicklung in Richtung weniger Betriebe mit hoher Spezialisierung, aber größerer Abhängigkeit von Weltmarkt und Europapolitik. Ein Gewinn an Effizienz und Konkurrenzfähigkeit, aber auch ein Verlust an Diversität und Unabhängigkeit.
 
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Copyright © 2004, Franz Seidl, letzte Änderung - 01.10.2002