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   Einer der größten Hopfen-Genpools
 
  nach einem Artikel im Pfaffenhofener Kurier vom 07.02.2008, geschrieben von Magdalena Zurek:

Wenn es um die züchterischen Verbesserung bestimmter Eigenschaften des Hopfens geht, dann führt kein Weg am Hopfenforschungszentrum Hüll vorbei - es gehört zu den 16 weltweit führenden Instituten.

Den Wissenschaftlern in der Hallertau steht dabei - wie Dr. Elisabeth Seigner, Leiterin der Züchtungsforschung, ausführt - einer der größten internationalen Genpools zur Verfügung: 150 Sorten aus dem In- und Ausland, 15000 der bedeutenden weiblichen Zuchtstämme und 4000 männliche. Hinzu kommt eine Wildhopfensammlung mit Pflanzen aus Europa, Asien Australien und Nordamerika, die ständig erweitert wird. Über 100 Kreuzungen werden hier von Anton Lutz pro Jahr durchgeführt, deren Ergebnisse genauestens dokumentiert werden. Dr. Stefan Seefelder unterstützt und beschleunigt diese klassische Züchtung über die moderne Genomanalyse - weil der genetische Fingerabdruck die schnelle und zuverlässige Auslese ermöglicht. Von Seigner werden all diese Züchtungsarbeiten koordiniert. Für die chemische Analyse der Inhaltsstoffe der neu gezüchteten Hopfen ist Dr. Klaus Kammhuber am Hopfenforschungszentrum Hüll zuständig.

Noch orientiert sich die Züchtung in der Hallertau an den Anforderungen der Brau- und Hopfenwirtschaft, lediglich zwei Prozent des Absatzes geht in den pharmazeutischen und andere Bereiche, so Seigner. In erster Linie geht es um gesunden Hopfen mit breiter Resistenz, um exzellente Qualität sowie hohen Ertrag. Gesundheitsfördernde Stoffe im Hopfen spielen allerdings, wie die Expertin einräumt, eine wachsende Rolle - dazu gehören auch Inhaltsstoffe wie die ätherischen Öle und Polyphenole. Jeder Wildhopfen, jede Zuchtlinie besitzt ein eigenes, typisches Aromaprofil mit mehr als 300 Komponenten. Die Wirkweise der ätherischen Öle wird unter anderem vom Prof. Dietrich Wabner in Garching untersucht. Bei den Bitterstoffen unterscheidet man Alphasäuren, Betasäuren und Polyphenole, zu denen auch das viel diskutierte Xantohohumol gehört. Neben der Frage, welche gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe überhaupt im heimischen Hopfen vorliegen, müssen die Wissenschaftler ermitteln, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht und ob hierfür die genetischen Ressourcen schon vorhanden sind. Beim Xanthohumol kann Seigner dies bereits bejahen. Schon der im praktischen Anbau befindliche Hallertauer Taurus enthält diesen Stoff in der weltweit höchsten Konzentration (1%), in Hüll verfügt man aber über Zuchtmaterial mit bis zu 1,7%. Die Sorten und Zuchtlinien aus Hüll bieten darüber hinaus eine Fülle von verschiedenen Inhaltsstoffen, im Bereich der relativ neuen Anwendungen des Hopfens vor allem jene mit antimikrobieller oder bakteriostatischer Wirkung zum Einsatz kommen - als Formalinersatz in der Zuckerindustrie, als Bitter-Säuren in der Ethanol-produktion, als Konservierungsmittel in der Lebensmittelindustrie, zur Hygienisierung von biogenen Abfällen (Klärschlamm) und in der Kosmetikindustrie.

     Original-Link: Pfaffenhofener Kurier Nr. 32/2008
   
     
 
 

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