Inhalt:
   Rohstoffe
   Brauverfahren
   Analytik
   Sensorik
 

Aroma- und Geschmackscharakterisierung

 
     

Brauversuche

Charakterisierung des Aroma- und Geschmacksprofils

Um die Charakterisierung der in der CMA Sortenmappe hinsichtlich ihrer agronomischen, analytischen und sensorischen Eigenschaften beschriebenen Hopfensorten zu vervollständigen, wurden 2005 in einer Forschungsbrauerei im 2hl-Maßstab Brauversuche durchgeführt. Dazu wurde ein dokumentiertes Brauverfahren angewendet, das es auch in Zukunft erlaubt, neu zugelassene Sorten nach dieser Vorgehensweise zu verbrauen und die Ergebnisse in die Sortenmappe einzuordnen.

 
     
     
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Rohstoffe   Es wurde ein Wasser niedriger Restalkalität zusammen mit einem sehr hellen, extraktstarken Pilsener Malz verwendet. Dies führte mit einem schonenden Maischverfahren zu einem sehr hellen Bier mit wenig ausgeprägter Malznote, was die Grundvoraussetzung für eine optimale Beurteilung der eingesetzten Hopfen ist. Für die Hopfung wurden sortenreine repräsentative Pellets Typ 90 des Jahrgangs 2004 verwendet. Wo dies aufgrund zu geringer Menge nicht möglich war, wurden vermahlene Rohhopfenmuster eingesetzt. Die untergärige Hefe wurde jeweils erntefrisch von einer Brauerei bezogen.
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Brauverfahren   Das auf einer Zweiwalzenschrotmühle geschrotete Pilsener Malz wurde in einem Infusionsmaischverfahren (s. Abb. unten) gemaischt und in einem Läuterbottich (Vorderwürze und 7 Nachgüsse) abgeläutert. Anschließend wurde die erhaltene Würze in der Würzepfanne mittels Innenkocher 85 Minuten atmosphärisch gekocht. Die Hopfengabe wurde nach Alphasäure berechnet und erfolgte unter Berücksichtigung der in der Forschungsbrauerei bekannten Ausbeuten. 60% wurden zu Kochbeginn gegeben und zur Erzielung eines deutlichen Hopfenaromas 40% in den Whirlpool dosiert.

Dabei wurden Hopfensorten gleichbehandelt, ansonsten ist der Beitrag, den ein Bitterhopfen im Vergleich zu einem Aromahopfen zum Bieraroma beizutragen vermag kaum zu evaluieren.

Die Würze wurde nach einer 20 minütigen Whirlpoolrast auf 7°C abgekühlt, belüftet und mit 20-25 Mio. Zellen/ml angestellt. Nach 7 Tagen Hauptgärung bei 8 °C wurde mit Restextrakt geschlaucht und eine Reifung bei 14°C durchgeführt. Nachdem Endvergärung und Diacetylabbau erreicht waren, wurde auf 1°C heruntergekühlt und 3 Wochen gelagert.

Die Filtration erfolgte über einen Kieselgurhorizontalfilter mit nachgeschalteten Membranfilterkerzen (1,2 und 0,45 µm). Abgefüllt wurden 0,5 Liter Einwegflaschen mit doppelter Vorevakuierung und Füllmengenkorrektur mit Rein-CO2.

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Analytik   Die so erhaltenen Biere wurden einer Bieranalyse (Stammwürze, Alkohol, Vergärungsgrad, pH, CO2-Gehalt, Schaum etc. unterzogen, um die Vergleichbarkeit der Versuche sicherzustellen. Ferner wurden die hopfenspezifischen Analysenkriterien Bitterstoffe, Xanthohumol- und Iso-Xanthohumolgehalt, Gesamtpolyphenole und Linaloolgehalt analysiert und auf dem Einlegeblatt "Brauversuche" zur jeweiligen Sorte in der Sortenmappe angegeben.
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Sensorik   Die Biere wurden von erfahrenen Verkostern der Hopfenwirtschaft sensorisch beurteilt. Diese wurden für die Aufgabe eingehend mit einem eigens entwickelten Verkostungsformblatt (s. Abbildung Rückseite) geschult. Dabei wurden vor allem die Intensität des Hopfenaromas in Geruch und Trunk sowie die Intensität und Harmonie der Bittere bewertet.

Für die Bewertung der Aromaeindrücke wurde weitgehend auf die Terminologie der Hopfenbonitierung zurückgegriffen, wobei die Deskriptoren "fruchtig", "blumig", "citrusartig" und "hopfenwürzig" (würzig, nach frischem Hopfen) übernommen wurden. Zusätzlich wurde die Beschreibung "grün-grasig" im positiven Sinne von kräuterartig (engl.: herbal) aufgenommen. Süßliche Noten im Bier kommen üblicherweise vom Malz bzw. ungenügender Vergärung und ein johannisbeerartiges Aroma ist im Bier eher in Zusammenhang mit dessen Alterung bekannt. Auf eine Bewertung hinsichtlich dieser Eindrücke wurde deshalb verzichtet.

Die Auswertung dieser Verkostungsergebnisse erfolgte für die Aromaeindrücke getrennt für Geruch und Trunk in Spinnennetz-Diagrammen, die Bittere wurde in einem Balkendiagramm dargestellt.

     
 
 

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Copyright © 2004, Franz Seidl, letzte Änderung - 01.10.2002